Battery Beats Januar 2026: Erlöse von stand-alone Batteriespeichern (BESS)

Schwacher Start für Batteriespeicher in 2026

Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten im Januar 2026

Abbildung 1: Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten im Januar 2026 (Annahmen und Einschränkungen zu den Berechnungen können hier nachgelesen werden) [* durchschnittliche Leistungspreise]

Nach dem Jahrestief im Dezember 2025 zeigt sich im Januar 2026 eine leichte Erholung der Erlöspotenziale für stand-alone Batteriespeicher, die jedoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats liegt. Wie die Berechnung mit unserem Optimierungsmodell basierend auf den Preisen in den verschiedenen Strommärkten im Januar 2026 zeigt, hätte ein Batteriespeicher (1 MW/2 MWh) bei einer cross-market Optimierung und durchschnittlichen Leistungspreisen 13,3 k € erlösen können. Im Vergleich zum Januar 2025, in dem noch über 17 k € erzielt werden konnten, entspricht dies einem Rückgang von 22 %.

Die dargestellten Erlöse bilden die theoretischen Potenziale unter perfekter Voraussicht über jeweils einen Tag ab und stellen damit eine Maximalabschätzung für die betrachteten Märkte dar. Erlöse aus financial trading und Aktivierungen im aFRR-Markt bzw. eine Teilnahme am Regelarbeitsmarkt wurden jedoch nicht mitbetrachtet und stellen weitere Erlösoptionen dar.

Im Januar 2026 zeigt sich ein verändertes Bild bei der Einzelmarktvermarktung: Während der kontinuierliche Intraday-Handel mit 7,5 k € weiterhin zu den wichtigsten Erlösquellen gehört, erreicht die kombinierte Vermarktung über Day-Ahead, Intraday-Auktion und kontinuierlichen Intraday-Markt (DA, IDA1 & ID1) mit 9,9 k € das höchste Erlöspotenzial. Im Regelenergiemarkt zeigt sich, dass der positive aFRR-Leistungsmarkt mit 7,1 k € deutlich höhere Potenziale als der FCR-Markt (5,8 k €) und der negative aFRR-Markt (2 k €) bietet.

Cross-market-Erlöse in den letzten 13 Monate im Überblick

Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie von Januar 2025 bis Januar 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Abbildung 2: Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie von Januar 2025 bis Januar 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Zur wirtschaftlichen Bewertung eines Batteriespeichers sind insbesondere die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie relevant. Im Januar 2026 wären in unserem Modell damit Erlöse von 13,3 k € mit durchschnittlichen aFRR-Leistungspreisen erzielt worden. Davon wären ca. 56 % in den Großhandelsmärkten erzielt worden, wovon der größte Anteil auf den kontinuierlichen Intraday-Markt (8,1 k €) entfällt, gefolgt von der Intraday-Auktion (2,7 k €) und dem Day-Ahead-Markt (1,5 k €). Der verbleibende Teil der Erlöse wird zu ca. 61 % im positiven aFRR-Markt (3 k €) verbucht. Der FCR-Markt (2,7 k €) und der negative aFRR-Markt (0,7 k €) machen entsprechend einen geringeren Anteil aus.

Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat (in Abb. 2 ganz links) sieht man zunächst eine Reduktion der Gesamterlöse um 22 %. Darüber hinaus zeigt sich eine deutliche Verlagerung innerhalb der Großhandelsmärkte: Die Erlöse im Day-Ahead-Markt gingen zurück und sind hier in Summe zum ersten Mal negativ (daher im Balken von Januar 2026 nicht sichtbar), während die Intraday-Auktion einen massiven Einbruch von 87 % verzeichnete. Der kontinuierliche Intraday-Markt hingegen legte um ca. 69 % zu. Bei den Regelleistungsmärkten zeigt sich ein differenziertes Bild: Während die Erlöse im positiven aFRR-Markt schon deutlich abnahmen (−32 %), brachen die Erlöse im negativen aFRR-Markt um knapp 67 % ein. Der FCR-Markt verzeichnete hingegen eine Zunahme von 80 %. In der Summe führte dies dazu, dass der Anteil der Großhandelsmärkte am Gesamterlös der cross-market Strategie von ca. 62 % auf 56 % leicht abnahm.

Cross-market-Erlöse in Summe über die jeweils letzten 12 Monate

Rollierende potenzielle Erlöse der cross-market Strategie über jeweils 12 Monate von Februar 2025 bis Januar 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Abbildung 3: Rollierende potenzielle Erlöse der cross-market Strategie über jeweils 12 Monate von Februar 2025 bis Januar 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Im Unterschied zu Abb. 2 zeigt Abb. 3 die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie eines Batteriespeichers nicht nur für den jeweiligen Monat, sondern rollierend über jeweils 12 Monate. Die rollierenden Gesamterlöse über 12 Monate belaufen sich im Januar 2026 auf 259,9 k €, was einem leichten Rückgang gegenüber dem Vormonat (263,6 k €) entspricht. Hier zeigt sich im Zeitverlauf, dass bei der cross-market Strategie der Anteil, den die Großhandelsmärkte am Gesamterlös ausmachen, seit Februar 2025 kontinuierlich zurückgeht - von ca. 60 auf ca. 40 %.

Innerhalb der Regelleistungsmärkte zeigt sich, dass die Erlöse im negativen aFRR-Markt nach einem kontinuierlichen Anstieg seit März 2025 im Januar 2026 auf hohem Niveau verharren bzw. nur leicht auf 70 k € zurückgehen. Die Erlösentwicklung im FCR-Markt war seit Februar 2025 stetig rückläufig und ist seit Dezember 2025 mit ca. 20 k € auf einem Tiefstand mit leichter Tendenz nach oben. Im positiven aFRR-Markt stiegen die Erlöse in der cross-market Strategie nach einer Phase relativer Konstanz seit September 2025 wieder deutlich an und sind seit Oktober auf einem relativ hohen Niveau von ca. 60 k €.

Potenzielle Erlöse gehen im Vorjahresvergleich in allen Märkten zurück

Veränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für Januar 2026 vs. Januar 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Abbildung 4: Veränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für Januar 2026 vs. Januar 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Vergleicht man die potenziellen Erlöse im Januar 2026 mit denen im Vorjahresmonat (Abb. 4), zeigt sich in fast allen Märkten ein deutlicher Rückgang. Die Erlöse in allen Großhandelsmärkten erfuhren einen signifikanten Einbruch: Der Day-Ahead-Markt verzeichnete einen Rückgang von 23 %, die Intraday-Auktion brach um 46 % ein, und der kontinuierliche Intraday-Markt verlor 24 %. Die Erlöse aus kombinierter Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 gingen ebenfalls um 24 % zurück. Die cross-market Strategie verzeichnete insgesamt einen Erlösrückgang von 22 %.

Wesentlich für die unterschiedlichen Erlöse in den Großhandelsmärkten im Vorjahresvergleich sind insbesondere die durchschnittlichen täglichen Spreads bzw. Standardabweichungen an den einzelnen Märkten. Die durchschnittlichen täglichen Spreads sind im Januar 2026 am Day-Ahead-Markt gegenüber Januar 2025 um 13 % gesunken. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei der Intraday-Auktion aus (−42 %) und im kontinuierlichen Intraday-Handel (−25 %).

Im FCR-Markt lag der durchschnittliche Leistungspreis um 2 % niedriger als im Januar 2025. Die Potenziale im positiven aFRR-Leistungsmarkt blieben mit einem Rückgang von 2 % nahezu konstant, während der negative aFRR-Markt einen massiven Einbruch von 46 % verzeichnete. Diese Entwicklung im negativen aFRR-Markt ist auf die im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeren Leistungspreise zurückzuführen, die wiederum durch geringere Opportunitätskosten aufgrund der niedrigeren Spotmarktpreise bedingt sind.

Die Details zu dem Modell und den getroffenen Annahmen und Einschränkungen finden Sie hier.

Vergleich der Erlöse: 4-h- vs. 2-h-Speichersystem

Vergleich der potenziellen Erlöse eines stand-alone Batteriespeichers mit einer 4-h-Auslegung vs. 2-h-Auslegung im Januar 2026 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Abbildung 5: Vergleich der potenziellen Erlöse eines stand-alone Batteriespeichers mit einer 4-h-Auslegung vs. 2-h-Auslegung im Januar 2026 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Der Vergleich zwischen einem 4-h-Speichersystem und einem 2-h-Speichersystem zeigt im Januar 2026 deutliche Unterschiede je nach Vermarktungsstrategie. Bei der reinen Day-Ahead-Vermarktung liegt der Erlösvorteil des 4-h-Systems bei 60 %, bei der Intraday-Auktion bei 61 % und beim kontinuierlichen Intraday-Handel bei 43 %. Die kombinierte Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 bringt einen Vorteil von 52 % für das 4-h-System.

Bei den Regelleistungsmärkten zeigt sich erwartungsgemäß kein Unterschied, da hier die Leistung und nicht die Energiekapazität vergütet wird. Interessant ist jedoch, dass bei der cross-market Strategie der Erlösvorteil des 4-h-Systems mit nur 23 % deutlich geringer ausfällt als bei den reinen Großhandelsmarktstrategien. Dies liegt daran, dass die cross-market Strategie im Januar 2026 zu 49 % auf Regelleistungsmärkte setzt, bei denen die Speicherdauer keine Rolle spielt. Für Investoren bedeutet dies, dass die höheren Investitionskosten eines 4-h-Systems bei einer cross-market Strategie weniger stark durch Mehrerlöse kompensiert werden als bei einer reinen Großhandelsmarktstrategie.

Großhandelsmärkte mit dominantem Anteil an cross-market Erlösen

Der Januar 2026 zeigt eine deutliche Abschwächung der Erlöspotenziale für stand-alone Batteriespeicher im Vergleich zum Vorjahresmonat. Mit 13,3 k € liegt das Erlöspotenzial der cross-market Strategie um 22 % unter dem Vorjahreswert. Haupttreiber dieser Entwicklung ist der massive Rückgang der Preisvolatilität an den Großhandelsmärkten, insbesondere in der Intraday-Auktion (−42 % bei den Spreads) und im kontinuierlichen Intraday-Markt (−25 %).

Bei den Regelleistungsmärkten zeigt sich ein differenziertes Bild: Während der positive aFRR-Markt weiterhin eine wichtige Erlösquelle darstellt, ist der negative aFRR-Markt im Vergleich zum Vorjahr massiv eingebrochen (−46 %). Der FCR-Markt verzeichnete einen leichten Rückgang von 2 %. Für die kommenden Monate ist zu erwarten, dass die Erlöspotenziale stark von der Entwicklung der erneuerbaren Energieerzeugung und den daraus resultierenden Preisvolatilitäten abhängen werden.

Für Betreiber von Batteriespeichern bleibt die cross-market Strategie die wirtschaftlich attraktivste Option, wobei die Flexibilität zwischen Großhandels- und Regelleistungsmärkten entscheidend für die Erlösoptimierung ist. Die im Januar 2026 beobachtete Dominanz der Großhandelsmärkte (56 % der Erlöse) könnte sich in den kommenden Monaten wieder zugunsten der Regelleistungsmärkte verschieben, sollte die Preisvolatilität an den Spotmärkten weiter abnehmen.

Wir veröffentlichen zeitnah das nächste Update mit Details dazu, wie sich die Erlöspotenziale von Batteriespeichern im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat verändert haben und welche Erlöspotenziale sich daraus für die letzten 12 Monate ableiten lassen.

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Anna Pechan

Anna ist unsere Expertin rund um Fragen zum Energiemarktdesign, Regulierung und Modellierungen in diesen Bereichen.

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