Erlöse von stand-alone BESS 2025 - Battery Beats Jahresrückblick
Installierte Leistung von Großbatteriespeichern in 2025 um 43 % angestiegen
Die installierte Leistungskapazität von Großbatteriespeichern in Deutschland ist 2025 um ca. 43 % gegenüber 2024 angewachsen und liegt nun bei ca. 2,6 GW. Darüber hinaus überfordern die hohen angefragten Netzanschlusskapazitäten von mittlerweile über 720 GW die Netzbetreiber bereits teilweise. Selbst wenn von diesen Anfragen lediglich 10 % innerhalb der nächsten Jahre realisiert werden, entspricht dies einer Erhöhung der installierten Leistungskapazität um den Faktor 27.
5 GW bei der BNetzA als in Planung angemeldet
Als Indiz für die Entwicklung in den nächsten Jahren können auch die im Marktstammdatenregister (MaStR) angekündigten Kapazitäten herangezogen werden. Dort waren Ende 2025 mehr als 5 GW an Batteriespeichern als in Planung registriert.
Trend von 1h-Systemen zu 2h-Systemen verstetigt sich in 2025
Abbildung 1: Durchschnittliche Speicherdauer der in Deutschland installierten Großbatteriespeicher (>1MW) (Eigene Berechnung basierend auf MaStR)
Die Speicherdauer einer Batterie ist das Verhältnis zwischen der Energiekapazität (MWh) und der Nennleistung (MW). Während das durchschnittliche Batterieprojekt in 2022 ein 1-h-System war, zeichnete sich bereits im zweiten Halbjahr 2023 eine Tendenz zu 2-h-Systemen ab. In 2024 liegt die vorwiegende Auslegung über 1 aber noch unter 2 h, während sie in 2025 teils knapp über teils knapp unter 2 h liegt. Dies zeigt sich auch in den oben gezeigten Zahlen zur Auslegung der neu installierten Anlagen je Quartal und deren Auslegung.
Erlöse von über 260 k € pro MW in 2025 möglich – ca. 5 % mehr als in 2024
Abbildung 2: Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten in 2025 (Annahmen und Einschränkungen zu den Berechnungen können hier nachgelesen werden) [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]
Kerntreiber der angekündigten Projektvolumen sind die möglichen Erlöse an den deutschen Strommärkten für Batteriespeicher. Diese haben wir für 2025 mit unserem Optimierungstool im Rahmen eines backtesting ausgewertet und fassen die Kerneinsichten im Folgenden kurz zusammen.
Die Abbildung stellt die Berechnungsergebnisse unseres Optimierungsmodells für Batteriespeicher am deutschen Strommarkt dar. Dabei werden die Erlöse für die Vermarktung eines Batteriespeichers in verschiedenen Märkten im Jahr 2025 verglichen. Die Erlöse bilden die theoretischen Potenziale unter perfekter Voraussicht über jeweils einen Tag ab und stellen damit eine Maximalabschätzung für die betrachteten Märkte dar. Erlöse aus financial trading und Aktivierungen auf dem aFRR-Markt bzw. einer Teilnahme am Regelarbeitsmarkt wurden jedoch nicht mit betrachtet und stellen weitere Erlösoptionen dar.
Es zeigt sich, dass es in der Vermarktung eines Batteriespeichers auf nur einem Markt in 2025 die Erlöse in den positiven und negativen aFRR-Märkten am höchsten ausgefallen sind, gefolgt vom kontinuierlichen Intraday-Handel. Die Erlöse aus dem Intraday-Auktionsmarkt liegen leicht hinter denen aus dem FCR-Markt Day-Ahead-Markt.
Zur wirtschaftlichen Bewertung eines Batteriespeichers sind insbesondere die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie relevant, bei der in unserem Modell Erlöse von bis zu 264 k € in 2025 erzielt worden wären.
Abbildung 3 zeigt wie sich die cross-market Erlöse in 2025 zusammengesetzt haben im Vergleich zu 2024. In 2025 gab es drei Kerntreiber der Erlöse von Batteriespeichern, mit jeweils etwa einem 25 % Anteil am Gesamterlös: der kontinuierliche Intraday-Handel und der positive sowie negative aFRR-Markt. Im Vergleich dazu ist der Anteil der Erlöse, der im Intraday-Auktionsmarkt erwirtschaftet wurde, nur halb so groß. Die Erlöse aus dem FCR-Markt fallen noch geringer aus und liegen nur leicht über denen aus dem Day-Ahead-Markt. Insgesamt zeigen sich im Vergleich zu 2024 bei der cross-market Strategie folgende Verlagerungen:
von den Großhandels- in die Regelleistungsmärkte; der Gesamterlösanteil ist in letzteren von 40 auf 58 % gestiegen.
vom FCR zu den aFRR-Märkten
vom Intraday-Auktionsmarkt zum Day-Ahead-Markt
Abbildung 3: Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie, nach Einzelmärkten aufgelöst in 2025 und 2024 [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]
Nur aFRR und Day-Ahead-Markt legen zu
In den single-market-Strategien für stand-alone Batteriespeicher sind nur die Erlöspotenziale im Day-Ahead-Markt und den aFRR-Märkten gegenüber 2024 gestiegen; in allen anderen Märkten gingen die Erlöse im Vergleich zurück.
Abbildung 4: Veränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für 2024 vs. 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]
Wesentlich für die unterschiedlichen Erlöse in den Großhandelsmärkten sind insbesondere die durchschnittlichen täglichen Spreads bzw. Standardabweichungen an den einzelnen Märkten an den verschiedenen Märkten. Die durchschnittlichen täglichen Spreads sind in 2025 am Day-Ahead-Markt gegenüber Dezember 2024 gestiegen (+ 17 %) ebenso wie die durchschnittliche tägliche Standardabweichung (+16 %), d.h. es sind mehr und/oder stärkere Preisschwankungen um den Mittelwert aufgetreten. Währenddessen sind die durchschnittlichen Tagesspreads bei den Intraday-Auktionen und im kontinuierlichen Intraday-Handel zurückgegangen (ca. -11 bzw. -20 %); die tägliche Standardabweichung ist im Intraday-Auktionsmarkt leicht gestiegen (+ 2%) und im kontinuierlichen Intradayhandel etwas gesunken (ca. -9%).
Im FCR-Markt lag der Leistungspreis durchschnittlich um etwa 7 % niedriger als 2024. Die Potenziale im aFRR-Leistungsmarkt sind hingegen gegenüber 2024 signifikant gestiegen. Die durchschnittlichen Leistungspreise lagen im positiven aFRR-Markt im Schnitt ca. 36 % über denen des Vorjahres, im negativen aFRR-Markt durchschnittlich sogar ca. 44 % über denen aus 2024. Die Gründe hierfür sind vielfältig und variieren nach Jahreszeiten, wie auch in Abbildung 5 deutlich wird, u.a.:
Hohe Opportunitäten für die Bereitstellung positiver Regelleistung bei geringer Erzeugung aus Erneuerbaren aufgrund hoher Preise an den Großhandelsmärkten, z.B. im Januar und Februar 2025.
Wenig verfügbare regelbare Erzeugung aufgrund hoher Einspeisung erneuerbarer Energien, in 2025 insbesondere von PV-Anlagen. Da PV-Anlagen bislang nicht für Regelleistung präqualifizierbar sind, gibt es in diesen Stunden entsprechend wenige Anlagen, die negative Regelleistung bereitstellen können. Siehe z.B. Monate März bis Juni.
Zusätzlich beeinträchtigte die anhaltende Dürre seit dem Frühjahr die Wasserkraftproduktion, eine wichtige Säule des aFRR-Marktes, erheblich. Niedrige Pegelstände insbesondere im September & z.T. noch im Oktober schränkten die Verfügbarkeit von Lauf- und Speicherkraftwerken weiter ein. In Summe kam es zu diversen Preisspitzen. (siehe z.B. Monatsbericht September).
Abbildung 5: Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie in den einzelnen Monaten von 2025, nach Einzelmärkten aufgelöst [*: durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]
Zusätzliche Erlöspotenziale für 4-h-Systeme in 2025 insbesondere im Großhandel
Abbildung 6: Vergleich der potenziellen Erlöse eines stand-alone Batteriespeichers mit einer 2-h-Auslegung vs. 4-h-Auslegung in 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise ]
Der Vergleich der Erlöspotenziale für ein 4-h-System zu der aktuell dominierenden 2-h-Auslegung zeigt, dass sich die Potenziale auf den einzelnen Großhandelsmärkten (DA, ID-Auktion und ID kont.) um bis zu 60 % gegenüber einem 2-h-System erhöhen konnten. In der hier dargestellten Betrachtung werden lediglich die leistungsbezogenen Erlöse für die Regelenergiemärkte betrachtet, daher kommt es bei einer Erhöhung der Kapazität zu keiner Veränderung der Erlöspotenziale an diesen Märkten. Bei einer cross-market-Strategie stiegen die möglichen Erlöse um bis zu 19 % an.
Die Verdopplung der Kapazität führt in der cross-market-Optimierungsstrategie zu einer leichten Verlagerung in die Großhandelsmärkte. Während mit einem 2-h-System bei durchschnittlichen Leistungspreisen ca. 42 % der Gesamterlöse an diesen Märkten erzielt wurde, steigt dieser Anteil auf 59 % bei einem 4-h-System.
Erlöse von stand-alone Batteriespeichern in den aFRR-Märkten haben in 2025 deutlich zugenommen
Zusammenfassend lässt sich beobachten, dass die aFRR-Märkte für Batteriespeicher in 2025 deutlich an Attraktivität gewonnen hat. Zusammen mit dem kontinuierlichen Intraday sind sie die Kerntreiber der cross-market-Optimierung in 2025. Zudem bestanden sicherlich weitere Erlöspotenziale am aFRR-Arbeitsmarkt, die hier aber nicht mit betrachtet wurden.
Im Februar veröffentlichen wir das nächste Update mit Details dazu, wie sich die Erlöspotenziale von Batteriespeichern im Januar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat verändert haben und welche Erlöspotenziale sich daraus für die letzten 12 Monate ableiten lassen.
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