Battery Beats Februar 2026: Erlöse von stand-alone Batteriespeichern (BESS)

Tiefpunkt für Batteriespeichererlöse im Februar

Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten im Februar 2026

Abbildung 1: Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten im Februar 2026 (Annahmen und Einschränkungen zu den Berechnungen können hier nachgelesen werden) [* durchschnittliche Leistungspreise]

Nach der leichten Erholung im Januar 2026 sind die Erlöspotenziale für stand-alone Batteriespeicher im Februar erneut zurückgegangen. Wie die Berechnung mit unserem Optimierungsmodell basierend auf den Preisen in den verschiedenen Strommärkten im Februar 2026 zeigt, hätte ein Batteriespeicher (1 MW/2 MWh) bei einer cross-market Optimierung und durchschnittlichen Leistungspreisen 8,3 k € erlösen können. Im Vergleich zum Januar 2026, in dem noch 13,3 k € erzielt werden konnten, entspricht dies einem Rückgang von 38 %.

Die dargestellten Erlöse bilden die theoretischen Potenziale unter perfekter Voraussicht über jeweils einen Tag ab und stellen damit eine Maximalabschätzung für die betrachteten Märkte dar. Erlöse aus financial trading und Aktivierungen im aFRR-Markt bzw. eine Teilnahme am Regelarbeitsmarkt wurden jedoch nicht mitbetrachtet und stellen weitere Erlösoptionen dar.

Im Februar 2026 zeigt sich bei der Einzelmarktvermarktung, dass die kombinierte Vermarktung über Day-Ahead, Intraday-Auktion und kontinuierlichen Intraday-Markt (DA, IDA1 & ID1) mit 5,8 k € das höchste Erlöspotenzial unter den Großhandelsmärkten erreicht. Der kontinuierliche Intraday-Handel liegt mit 4,4 k € dahinter, gefolgt von der Day-Ahead-Vermarktung (3,8 k €) und der Intraday-Auktion (3,7 k €). Im Regelenergiemarkt zeigt sich, dass der positive aFRR-Leistungsmarkt mit 5,2 k € die höchsten Potenziale bietet, gefolgt vom FCR-Markt (4,6 k €) und dem negativen aFRR-Markt (1,8 k €).

Cross-market-Erlöse in den letzten 13 Monate im Überblick

Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie von Februar 2025 bis Februar 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Abbildung 2: Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie von Februar 2025 bis Februar 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Zur wirtschaftlichen Bewertung eines Batteriespeichers sind insbesondere die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie relevant. Im Februar 2026 wären in unserem Modell damit Erlöse von 8,3 k € mit durchschnittlichen aFRR-Leistungspreisen erzielt worden. Davon wären ca. 48 % in den Großhandelsmärkten erzielt worden, wovon der größte Anteil auf den kontinuierlichen Intraday-Markt (2 k €) entfällt, gefolgt von der Intraday-Auktion (1 k €) und dem Day-Ahead-Markt (0,9 k €). Der verbleibende Teil der Erlöse wird zu ca. 47 % im positiven aFRR-Markt (2 k €) verbucht. Der FCR-Markt (2 k €) und der negative aFRR-Markt (0,3 k €) machen entsprechend einen geringeren Anteil aus.

Betrachtet man die Erlöse über die letzten 13 Monate (Abb. 2), lässt sich beobachten, dass der Februar 2026 den niedrigsten Monatswert im gesamten Betrachtungszeitraum darstellt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (in Abb. 2 ganz links) sieht man zunächst eine Reduktion der Gesamterlöse um 35 %. Darüber hinaus zeigt sich eine leichte Verlagerung: Während die Erlöse in den Großhandelsmärkten absolut deutlich zurückgingen, ging der relative Anteil nur leicht zurück. Auffällig ist, dass der positive aFRR-Markt deutlich an Bedeutung verloren hat, während der FCR-Markt einen deutlich größeren Anteil am Gesamterlös ausmacht.

Cross-market-Erlöse in Summe über die jeweils letzten 12 Monate

Rollierende potenzielle Erlöse der cross-market Strategie über jeweils 12 Monate von März 2025 bis Februar 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Abbildung 3: Rollierende potenzielle Erlöse der cross-market Strategie über jeweils 12 Monate von März 2025 bis Februar 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Im Unterschied zu Abb. 2 zeigt Abb. 3 die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie eines Batteriespeichers nicht nur für den jeweiligen Monat, sondern rollierend über jeweils 12 Monate. Die rollierenden Gesamterlöse über 12 Monate belaufen sich im Februar 2026 auf 255,4 k €, was einem weiteren Rückgang gegenüber dem Vormonat (259,9 k €) entspricht. Hier zeigt sich im Zeitverlauf, dass bei der cross-market Strategie der Anteil, den die Großhandelsmärkte am Gesamterlös ausmachen, seit März 2025 kontinuierlich zurückgeht. Insbesondere die Bedeutung des Intraday-Auktionsmarkts nimmt weiter ab.

Innerhalb der Regelleistungsmärkte zeigt sich, dass die Erlöse im negativen aFRR-Markt auf ca. 57 k € zurückgegangen sind, während der FCR-Markt mit ca. 22 k € auf einem niedrigen Niveau verharrt bzw. einen leichten Anstieg verzeichnet. Im positiven aFRR-Markt liegen die Erlöse mit ca. 70 k € auf einem relativ hohen Niveau.

Potenzielle Erlöse gehen im Vorjahresvergleich in allen Märkten zurück

eränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für Februar 2026 vs. Februar 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Abbildung 4: Veränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für Februar 2026 vs. Februar 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Vergleicht man die potenziellen Erlöse im Februar 2026 mit denen im Vorjahresmonat (Abb. 4), zeigt sich in allen Märkten ein deutlicher Rückgang. Die Erlöse im Day-Ahead-Markt verzeichneten einen Rückgang von 29 %, die Intraday-Auktion brach um 45 % ein, und der kontinuierliche Intraday-Markt verlor 36 %. Die Erlöse aus kombinierter Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 gingen um 39 % zurück. Im positiven aFRR-Markt sanken die Erlöse um 42 %, im negativen aFRR-Markt um 9 % und im FCR-Markt um 3 %. Die cross-market Strategie verzeichnete insgesamt einen Erlösrückgang von 35 %.

Wesentlich für die unterschiedlichen Erlöse in den Großhandelsmärkten im Vorjahresvergleich sind insbesondere die durchschnittlichen täglichen Spreads an den einzelnen Märkten. Die durchschnittlichen täglichen Spreads sind im Februar 2026 am Day-Ahead-Markt gegenüber Februar 2025 um 14 % gesunken. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei der Intraday-Auktion aus (−45 %) und im kontinuierlichen Intraday-Handel (−37 %). Auch die durchschnittlichen Preise gingen in allen Märkten um rund 24 % zurück. Die Standardabweichung der Preise sank im Day-Ahead-Markt um 25 %, in der Intraday-Auktion um 36 % und im kontinuierlichen Intraday-Markt um 28 %.

Im positiven aFRR-Markt ist der Rückgang von 42 % bemerkenswert und bedingt durch entsprechend niedrigere Leistungspreise, die wiederum durch die geringeren Opportunitätskosten aufgrund der niedrigeren Spotmarktpreise bedingt sind. Der FCR-Markt zeigte sich mit einem Rückgang von nur 3 % vergleichsweise stabil, während der negative aFRR-Markt mit −9 % ebenfalls einen moderaten Rückgang verzeichnete.

Die Details zu dem Modell und den getroffenen Annahmen und Einschränkungen finden Sie hier.

Vergleich der Erlöse: 4-h- vs. 2-h-Speichersystem

Vergleich der potenziellen Erlöse eines stand-alone Batteriespeichers mit einer 4-h-Auslegung vs. 2-h-Auslegung im Februar 2026 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Abbildung 5: Vergleich der potenziellen Erlöse eines stand-alone Batteriespeichers mit einer 4-h-Auslegung vs. 2-h-Auslegung im Februar 2026 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Der Vergleich zwischen einem 4-h-Speichersystem und einem 2-h-Speichersystem zeigt im Februar 2026 deutliche Unterschiede je nach Vermarktungsstrategie. Bei der reinen Day-Ahead-Vermarktung liegt der Erlösvorteil des 4-h-Systems bei 57 %, bei der Intraday-Auktion bei 56 % und beim kontinuierlichen Intraday-Handel bei 48 %. Die kombinierte Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 bringt einen Vorteil von 61 % für das 4-h-System.

Bei den Regelleistungsmärkten zeigt sich erwartungsgemäß kein Unterschied, da hier die Leistung und nicht die Energiekapazität vergütet wird. Bei der cross-market Strategie fällt der Erlösvorteil des 4-h-Systems mit 24 % deutlich geringer aus als bei den reinen Großhandelsmarktstrategien. Dies liegt daran, dass die cross-market Strategie im Februar 2026 zu rund 51 % auf Regelleistungsmärkte setzt, bei denen die Speicherdauer keine Rolle spielt. Für Investoren bedeutet dies, dass die höheren Investitionskosten eines 4-h-Systems bei einer cross-market Strategie weniger stark durch Mehrerlöse kompensiert werden als bei einer reinen Großhandelsmarktstrategie.

Großhandelsmärkte mit dominantem Anteil an cross-market Erlösen

Der Februar 2026 markiert mit 8,3 k € das niedrigste Erlöspotenzial der cross-market Strategie seit Beginn unserer Betrachtung. Haupttreiber dieser Entwicklung ist der massive Rückgang der Preisvolatilität an den Großhandelsmärkten, insbesondere in der Intraday-Auktion (−45 % bei den Spreads) und im kontinuierlichen Intraday-Markt (−37 %). Die um 56 % höhere Windeinspeisung gegenüber dem Vorjahresmonat dämpfte die Preisschwankungen erheblich.

Auch die Regelleistungsmärkte verzeichneten Rückgänge, wobei der positive aFRR-Markt mit −42 % besonders betroffen war. Die rollierenden 12-Monats-Erlöse sanken auf 255,4 k € und setzen damit den seit Mitte 2025 anhaltenden Abwärtstrend fort.

Für die kommenden Monate ist zu erwarten, dass die Erlöspotenziale stark von der Entwicklung der erneuerbaren Energieerzeugung und den daraus resultierenden Preisvolatilitäten abhängen werden. Für Betreiber von Batteriespeichern bleibt die cross-market Strategie die wirtschaftlich attraktivste Option, wobei die Flexibilität zwischen Großhandels- und Regelleistungsmärkten entscheidend für die Erlösoptimierung ist.

Wir veröffentlichen zeitnah das nächste Update mit Details dazu, wie sich die Erlöspotenziale von Batteriespeichern im März gegenüber dem Vorjahresmonat verändert haben und welche Erlöspotenziale sich daraus für die letzten 12 Monate ableiten lassen.

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Anna Pechan

Anna ist unsere Expertin rund um Fragen zum Energiemarktdesign, Regulierung und Modellierungen in diesen Bereichen.

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Erlöse von co-location Batteriespeichern im März 2026 - Wind solide, PV mit deutlichem Anstieg

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