Battery Beats Juni 2026: Erlöse von stand-alone Batteriespeichern (BESS)

Deutlicher Aufschwung – Erlöse von 27,5 k € pro MW im Juni möglich

Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten im Juni 2026

Abbildung 1: Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten im Juni 2026 (Annahmen und Einschränkungen zu den Berechnungen können hier nachgelesen werden) [* durchschnittliche Leistungspreise]

Nach der deutlichen Erholung im April und Mai 2026 setzt sich der positive Trend im Juni fort. Wie die Berechnung mit unserem Optimierungsmodell basierend auf den Preisen in den verschiedenen Strommärkten im Juni 2026 zeigt, hätte ein Batteriespeicher (1 MW/2 MWh) bei einer cross-market Optimierung und durchschnittlichen Leistungspreisen 27,5 k € erlösen können. Im Vergleich zum Mai 2026, in dem 26,1 k € erzielt werden konnten, entspricht dies einem Anstieg von 5 %.

Die dargestellten Erlöse bilden die theoretischen Potenziale unter perfekter Voraussicht über jeweils einen Tag ab und stellen damit eine Maximalabschätzung für die betrachteten Märkte dar. Zur Abschätzung eines realistischeren Erlöspotenzials ohne perfekte Voraussicht bilden wir die 80-%-of-perfect-Erlöse zusätzlich ab (Abb. 1 ganz rechts). Erlöse aus financial trading und aus der Vermarktung im aFRR-Arbeitsmarkt wurden nicht mitbetrachtet und stellen weitere Erlösoptionen dar.

Im Juni 2026 zeigt sich bei der Einzelmarktvermarktung, dass die kombinierte Vermarktung über Day-Ahead, Intraday-Auktion und kontinuierlichen Intraday-Markt (DA, IDA1 & ID1) mit 19,6 k € das höchste Erlöspotenzial unter den Großhandelsmärkten erreicht. Der kontinuierliche Intraday-Handel liegt mit 14,7 k € vor der Intraday-Auktion (12,8 k €) und dem Day-Ahead-Markt (12,9 k €). Im Regelenergiemarkt zeigt sich, dass der negative aFRR-Leistungsmarkt mit 13,1 k € die höchsten Potenziale bietet, gefolgt vom FCR-Markt (13,9 k €) und dem positiven aFRR-Markt (11,1 k €). Die 80-%-of-perfect-Erlöse einer cross-market Strategie liegen bei 22,0 k €.

Cross-market-Erlöse in den letzten 13 Monate im Überblick

Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie von Juni 2025 bis Juni 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Abbildung 2: Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie von Juni 2025 bis Juni 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Zur wirtschaftlichen Bewertung eines Batteriespeichers sind insbesondere die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie relevant. Im Juni 2026 wären in unserem Modell damit Erlöse von 27,5 k € mit durchschnittlichen aFRR-Leistungspreisen erzielt worden. Davon wären ca. 54 % in den Großhandelsmärkten erzielt worden, wovon der größte Anteil auf den kontinuierlichen Intraday-Markt (9,6 k €) entfällt, gefolgt von der Intraday-Auktion (3,4 k €) und dem Day-Ahead-Markt (0,9 k €). Der verbleibende Teil der Erlöse wird zu ca. 52 % im negativen aFRR-Markt (6,6 k €) verbucht. Der positive aFRR-Markt (5,2 k €) und der FCR-Markt (1,9 k €) machen entsprechend einen geringeren Anteil aus.

Betrachtet man die Erlöse über die letzten 13 Monate (Abb. 2), lässt sich beobachten, dass der Juni 2026 den höchsten Monatswert seit dem September 2025 (33,3 k €) darstellt und eine deutliche Erholung gegenüber den schwachen Wintermonaten markiert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (in Abb. 2 ganz links) sieht man eine Reduktion der Gesamterlöse um 12 %. Auffällig ist die veränderte Zusammensetzung der Erlöse: Während im Juni 2025 der negative aFRR-Markt mit 14,8 k € den größten Einzelposten darstellte, ist dieser im Juni 2026 auf 6,6 k € zurückgegangen. Gleichzeitig hat der kontinuierliche Intraday-Markt von 6,7 k € auf 9,6 k € zugelegt. In der Summe führte dies dazu, dass der Anteil der Großhandelsmärkte am Gesamterlös der cross-market Strategie von ca. 45 % auf ca. 54 % anstieg.

Cross-market-Erlöse in Summe über die jeweils letzten 12 Monate

Rollierende potenzielle Erlöse der cross-market Strategie über jeweils 12 Monate von Juli 2025 bis Juni 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Abbildung 3: Rollierende potenzielle Erlöse der cross-market Strategie über jeweils 12 Monate von Juli 2025 bis Juni 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Im Unterschied zu Abb. 2 zeigt Abb. 3 die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie eines Batteriespeichers nicht nur für den jeweiligen Monat, sondern rollierend über jeweils 12 Monate. Die rollierenden Gesamterlöse über 12 Monate belaufen sich im Juni 2026 auf 250 k €, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vormonat (247,8 k €) entspricht. Hier zeigt sich im Zeitverlauf, dass bei der cross-market Strategie der Anteil, den die Großhandelsmärkte am Gesamterlös ausmachen, nach einem kontinuierlichen Rückgang seit Mitte 2025 zuletzt wieder leicht angestiegen ist.

Innerhalb der Regelleistungsmärkte zeigt sich, dass die Erlöse im positiven aFRR-Markt mit ca. 57 k € auf hohem Niveau verharren. Der FCR-Markt verzeichnet mit 26 k € einen leichten Anstieg. Im negativen aFRR-Markt liegen die Erlöse mit ca. 60 k € auf einem relativ hohen Niveau. Die Großhandelsmarkterlöse belaufen sich rollierend auf ca. 20 k € (DA), ca. 19 k € (IDA1) und ca. 69 k € (ID1).

Gemischtes Bild im Vorjahresvergleich

Veränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für Juni 2026 vs. Juni 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Abbildung 4: Veränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für Juni 2026 vs. Juni 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Vergleicht man die potenziellen Erlöse im Juni 2026 mit denen im Vorjahresmonat (Abb. 4), zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Erlöse im Day-Ahead-Markt stiegen deutlich um 30 %, während die Intraday-Auktion um 9 % zulegte. Der kontinuierliche Intraday-Markt ging hingegen um 10 % zurück. Die Erlöse aus kombinierter Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 gingen um 3 % zurück. Im positiven aFRR-Markt sanken die Erlöse um 21 %, im negativen aFRR-Markt sogar um 34 %. Der FCR-Markt verzeichnete hingegen einen Anstieg von 19 %. Die cross-market Strategie verzeichnete insgesamt einen Erlösrückgang von 12 %.

Wesentlich für die unterschiedlichen Erlöse in den Großhandelsmärkten im Vorjahresvergleich sind insbesondere die durchschnittlichen täglichen Spreads an den einzelnen Märkten. Die durchschnittlichen täglichen Spreads sind im Juni 2026 am Day-Ahead-Markt gegenüber Juni 2025 um 43 % gestiegen, was den deutlichen Erlösanstieg in diesem Markt erklärt. In der Intraday-Auktion stiegen die Spreads um 18 %, während sie im kontinuierlichen Intraday-Markt um 14 % zurückgingen.

Der deutliche Anstieg der Day-Ahead-Spreads ist auf die zunehmende PV-Einspeisung zurückzuführen, die vermehrt zu Überangebot in den Mittagsstunden und damit zu niedrigen oder negativen Preisen führte, während ausgeprägte Rampen am Morgen und Abend für Preisspitzen sorgten. Die normalisierte PV-Erzeugung lag im Juni 2026 um 7 % über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig ging die normalisierte Windeinspeisung um 24 % gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Der Rückgang im negativen aFRR-Markt (−34 %) und im positiven aFRR-Markt (−21 %) deutet auf insgesamt niedrigere Leistungspreise hin, die durch die gestiegene Wettbewerbsintensität am Regelleistungsmarkt bedingt sein dürften. Der Anstieg im FCR-Markt (+19 %) setzt den positiven Trend der Vormonate fort.

Die Details zu dem Modell und den getroffenen Annahmen und Einschränkungen finden Sie hier.

Vergleich der Erlöse: 4-h- vs. 2-h-Speichersystem

Vergleich der potenziellen Erlöse eines stand-alone Batteriespeichers mit einer 4-h-Auslegung vs. 2-h-Auslegung im Juni 2026 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Abbildung 5: Vergleich der potenziellen Erlöse eines stand-alone Batteriespeichers mit einer 4-h-Auslegung vs. 2-h-Auslegung im Juni 2026 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Der Vergleich zwischen einem 4-h-Speichersystem und einem 2-h-Speichersystem zeigt im Juni 2026 deutliche Unterschiede je nach Vermarktungsstrategie. Bei der reinen Day-Ahead-Vermarktung liegt der Erlösvorteil des 4-h-Systems bei 64 %, bei der Intraday-Auktion bei 65 % und beim kontinuierlichen Intraday-Handel bei 50 %. Die kombinierte Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 bringt einen Vorteil von 57 % für das 4-h-System.

Bei den Regelleistungsmärkten zeigt sich erwartungsgemäß kein Unterschied, da hier die Leistung und nicht die Energiekapazität vergütet wird. Bei der cross-market Strategie fällt der Erlösvorteil des 4-h-Systems mit 24 % deutlich geringer aus als bei den reinen Großhandelsmarktstrategien. Dies liegt daran, dass die cross-market Strategie im Juni 2026 zu rund 46 % auf Regelleistungsmärkte setzt, bei denen die Speicherdauer keine Rolle spielt. Für Investoren bedeutet dies, dass die höheren Investitionskosten eines 4-h-Systems bei einer cross-market Strategie weniger stark durch Mehrerlöse kompensiert werden als bei einer reinen Großhandelsmarktstrategie.

Fazit und Ausblick

Der Juni 2026 markiert mit 27,5 k € das höchste Erlöspotenzial der cross-market Strategie seit September 2025 und bestätigt die Erholung nach dem Tiefpunkt im Februar 2026. Haupttreiber dieser Entwicklung ist der deutliche Anstieg der Preisvolatilität an den Großhandelsmärkten, insbesondere am Day-Ahead-Markt (+43 % bei den Spreads). Die um 7 % höhere PV-Einspeisung gegenüber dem Vorjahresmonat verstärkte die Preisschwankungen in den Mittagsstunden. Gleichzeitig gingen die Regelleistungsmärkte im Vorjahresvergleich zurück, wobei der FCR-Markt mit +19 % eine Ausnahme bildete. Die rollierenden 12-Monats-Erlöse stiegen leicht auf 250 k € und deuten damit auf eine Stabilisierung hin. Für die kommenden Monate ist zu erwarten, dass die Erlöspotenziale stark von der Entwicklung der erneuerbaren Energieerzeugung und den daraus resultierenden Preisvolatilitäten abhängen werden. Für Betreiber von Batteriespeichern bleibt die cross-market Strategie die wirtschaftlich attraktivste Option, wobei die Flexibilität zwischen Großhandels- und Regelleistungsmärkten entscheidend für die Erlösoptimierung ist.

Wir veröffentlichen zeitnah das nächste Update mit Details dazu, wie sich die Erlöspotenziale von Batteriespeichern im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat verändert haben und welche Erlöspotenziale sich daraus für die letzten 12 Monate ableiten lassen.

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Anna Pechan

Anna ist unsere Expertin rund um Fragen zum Energiemarktdesign, Regulierung und Modellierungen in diesen Bereichen.

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Erlöse von co-location Batteriespeichern im Juni 2026 - PV mit Höchstwert, Wind leicht positiv