Battery Beats März 2026: Erlöse von stand-alone Batteriespeichern (BESS)
Deutliche Erholung nach dem Tiefpunkt
Abbildung 1: Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten im März 2026 (Annahmen und Einschränkungen zu den Berechnungen können hier nachgelesen werden) [* durchschnittliche Leistungspreise]
Nach dem Tiefpunkt im Februar 2026 zeigt sich im März eine deutliche Erholung der Erlöspotenziale für stand-alone Batteriespeicher. Wie die Berechnung mit unserem Optimierungsmodell basierend auf den Preisen in den verschiedenen Strommärkten im März 2026 zeigt, hätte ein Batteriespeicher (1 MW/2 MWh) bei einer cross-market Optimierung und durchschnittlichen Leistungspreisen 18,5 k € erlösen können. Im Vergleich zum Februar 2026, in dem lediglich 8,3 k € erzielt werden konnten, entspricht dies mehr als einer Verdopplung der Erlöse.
Die dargestellten Erlöse bilden die theoretischen Potenziale unter perfekter Voraussicht über jeweils einen Tag ab und stellen damit eine Maximalabschätzung für die betrachteten Märkte dar. Erlöse aus financial trading und Aktivierungen im aFRR-Markt bzw. eine Teilnahme am Regelarbeitsmarkt wurden jedoch nicht mitbetrachtet und stellen weitere Erlösoptionen dar.
Im März 2026 zeigt sich bei der Einzelmarktvermarktung, dass die kombinierte Vermarktung über Day-Ahead, Intraday-Auktion und kontinuierlichen Intraday-Markt (DA, IDA1 & ID1) mit 14,2 k € das höchste Erlöspotenzial unter den Großhandelsmärkten erreicht. Der Day-Ahead-Markt liegt mit 11,6 k € vor der Intraday-Auktion (11,1 k €) und dem kontinuierlichen Intraday-Handel (10,8 k €). Im Regelenergiemarkt zeigt sich, dass der FCR-Markt mit 9,9 k € die höchsten Potenziale bietet, gefolgt vom negativen aFRR-Leistungsmarkt (8,8 k €) und dem positiven aFRR-Markt (7,6 k €).
Cross-market-Erlöse in den letzten 13 Monate im Überblick
Abbildung 2: Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie von März 2025 bis März 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]
Zur wirtschaftlichen Bewertung eines Batteriespeichers sind insbesondere die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie relevant. Im März 2026 wären in unserem Modell damit Erlöse von 18,5 k € mit durchschnittlichen aFRR-Leistungspreisen erzielt worden. Davon wären ca. 58 % in den Großhandelsmärkten erzielt worden, wovon der größte Anteil auf den kontinuierlichen Intraday-Markt (5,3 k €) entfällt, gefolgt von der Intraday-Auktion (3,1 k €) und dem Day-Ahead-Markt (1,7 k €). Der verbleibende Teil der Erlöse wird zu ca. 40 % im FCR-Markt (3,1 k €) verbucht. Der negativen aFRR-Markt (2,9 k €) und der positive aFRR-Markt (1,5 7 €) machen entsprechend einen geringeren Anteil aus.
Betrachtet man die Erlöse über die letzten 13 Monate (Abb. 2), lässt sich beobachten, dass der März 2026 eine deutliche Erholung gegenüber dem Vormonat darstellt und wieder an das Niveau des März 2025 (19,6 k €) heranreicht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (in Abb. 2 ganz links) sieht man eine leichte Reduktion der Gesamterlöse um 6 %. Auffällig ist die veränderte Zusammensetzung der Erlöse: Während im März 2025 der negative aFRR-Markt (3,3 k €) und der positive aFRR-Markt (2,2 k €) die Regelleistungserlöse dominierten, hat sich im März 2026 eine Verschiebung hin zum negativen aFRR-Markt (2,9 k €) und zum FCR-Markt (3,1 k €) ergeben, während der positive aFRR-Markt (1,7 k €) zurückging. In den Großhandelsmärkten zeigt sich eine Verlagerung vom Intraday-Auktionsmarkt zum Day-Ahead-Markt und kontinuierlichen Intraday-Markt.
Cross-market-Erlöse in Summe über die jeweils letzten 12 Monate
Abbildung 3: Rollierende potenzielle Erlöse der cross-market Strategie über jeweils 12 Monate von April 2025 bis März 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]
Im Unterschied zu Abb. 2 zeigt Abb. 3 die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie eines Batteriespeichers nicht nur für den jeweiligen Monat, sondern rollierend über jeweils 12 Monate. Die rollierenden Gesamterlöse über 12 Monate belaufen sich im März 2026 auf 254,3 k €, was einem weiteren leichten Rückgang gegenüber dem Vormonat (255,4 k €) entspricht. Hier zeigt sich im Zeitverlauf, dass bei der cross-market Strategie der Anteil, den die Großhandelsmärkte am Gesamterlös ausmachen, seit Mitte 2025 kontinuierlich zurückgeht.
Innerhalb der Regelleistungsmärkte zeigt sich, dass die Erlöse im negativen aFRR-Markt mit ca. 70 k € auf hohem Niveau verharren, während der FCR-Markt mit ca. 24 k € einen leichten Anstieg verzeichnet. Im positiven aFRR-Markt liegen die Erlöse mit ca. 57 k € ebenfalls auf einem relativ hohen Niveau, wenngleich sie in den letzten vier Monaten stetig leicht abnahmen. Die Großhandelsmarkterlöse belaufen sich rollierend auf ca. 18 k € (DA), ca. 19 k € (IDA1) und ca. 67 k € (ID1). Die rollierenden Erlöse vom Day-Ahead-Markt und Intraday-Auktion haben sich in den letzten 12 Monaten sehr stark angenähert und sind nun fast gleich auf.
Gemischtes Bild im Vorjahresvergleich
Abbildung 4: Veränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für März 2026 vs. März 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]
Vergleicht man die potenziellen Erlöse im März 2026 mit denen im Vorjahresmonat (Abb. 4), zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Erlöse im Day-Ahead-Markt stiegen um 26 %, während die Intraday-Auktion einen Rückgang von 4 % verzeichnete und der kontinuierliche Intraday-Markt um 16 % zurückging. Die Erlöse aus kombinierter Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 gingen um 8 % zurück. Im positiven aFRR-Markt sanken die Erlöse um 16 %, während der negative aFRR-Markt um 5 % zulegte und der FCR-Markt einen deutlichen Anstieg von 22 % verzeichnete. Die cross-market Strategie verzeichnete insgesamt einen Erlösrückgang von 6 %.
Wesentlich für die unterschiedlichen Erlöse in den Großhandelsmärkten im Vorjahresvergleich sind insbesondere die durchschnittlichen täglichen Spreads an den einzelnen Märkten. Die durchschnittlichen täglichen Spreads sind im März 2026 am Day-Ahead-Markt gegenüber März 2025 um 35 % gestiegen, was den deutlichen Erlösanstieg in diesem Markt erklärt. In der Intraday-Auktion blieben die Spreads nahezu konstant (−1 %), während sie im kontinuierlichen Intraday-Markt um 22 % zurückgingen. Die durchschnittlichen Preise stiegen in allen Märkten leicht an: im Day-Ahead-Markt um 5 %, in der Intraday-Auktion um 4 % und im kontinuierlichen Intraday-Markt um 6 %. Die Standardabweichung der Preise stieg im Day-Ahead-Markt um 24 % und in der Intraday-Auktion um 9 %, ging jedoch im kontinuierlichen Intraday-Markt um 10 % zurück. Der deutliche Anstieg der Day-Ahead-Spreads ist auf die zunehmende PV-Einspeisung zurückzuführen, die vermehrt zu Überangebot in den Mittagsstunden und damit zu niedrigen oder negativen Preisen führte, während ausgeprägte Rampen am Morgen und Abend für Preisspitzen sorgten. Im März 2026 gab es insgesamt 35 Stunden mit negativen Preisen gegenüber nur sieben Stunden im Februar. Gleichzeitig beeinflussten steigende Gaspreise, getrieben durch geopolitische Spannungen, die Preisbildung in Zeiten geringer erneuerbarer Einspeisung.
Der deutliche Anstieg im FCR-Markt (+22 %) ist bemerkenswert und steht im Kontrast zur rücklaufigen Entwicklung der vergangenen Monate. Der Rückgang im positiven aFRR-Markt (−16 %) bei gleichzeitigem Anstieg im negativen aFRR-Markt (+5 %) deutet auf eine Verschiebung der Regelleistungsnachfrage hin, die durch die zunehmende PV-Einspeisung und die damit verbundene Überversorgung in den Mittagsstunden bedingt sein dürfte.
Die Details zu dem Modell und den getroffenen Annahmen und Einschränkungen finden Sie hier.
Vergleich der Erlöse: 4-h- vs. 2-h-Speichersystem
Abbildung 5: Vergleich der potenziellen Erlöse eines stand-alone Batteriespeichers mit einer 4-h-Auslegung vs. 2-h-Auslegung im März 2026 [* durchschnittliche Leistungspreise]
Der Vergleich zwischen einem 4-h-Speichersystem und einem 2-h-Speichersystem zeigt im März 2026 deutliche Unterschiede je nach Vermarktungsstrategie. Bei der reinen Day-Ahead-Vermarktung liegt der Erlösvorteil des 4-h-Systems bei 58 %, bei der Intraday-Auktion ebenfalls bei 58 % und beim kontinuierlichen Intraday-Handel bei 54 %. Die kombinierte Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 bringt einen Vorteil von 59 % für das 4-h-System.
Bei den Regelleistungsmärkten zeigt sich erwartungsgemäß kein Unterschied, da hier die Leistung und nicht die Energiekapazität vergütet wird. Bei der cross-market Strategie fällt der Erlösvorteil des 4-h-Systems mit 28 % deutlich geringer aus als bei den reinen Großhandelsmarktstrategien. Dies liegt daran, dass die cross-market Strategie im März 2026 zu rund 45 % auf Regelleistungsmärkte setzt, bei denen die Speicherdauer keine Rolle spielt. Für Investoren bedeutet dies, dass die höheren Investitionskosten eines 4-h-Systems bei einer cross-market Strategie weniger stark durch Mehrerlöse kompensiert werden als bei einer reinen Großhandelsmarktstrategie.
Fazit und Ausblick
Der März 2026 markiert eine deutliche Erholung der Erlöspotenziale für stand-alone Batteriespeicher nach dem Tiefpunkt im Februar. Mit 18,5 k € liegt das Erlöspotenzial der cross-market Strategie zwar noch 6 % unter dem Vorjahreswert, aber mehr als doppelt so hoch wie im Vormonat. Haupttreiber dieser Erholung ist die gestiegene Preisvolatilität am Day-Ahead-Markt (+35 % bei den Spreads), die durch die zunehmende PV-Einspeisung und die damit verbundenen Preistäler in den Mittagsstunden sowie Preisspitzen am Morgen und Abend bedingt ist.
Bemerkenswert ist auch der deutliche Anstieg im FCR-Markt (+22 %), der die rücklaufige Entwicklung der vergangenen Monate umkehrt. Die rollierenden 12-Monats-Erlöse sanken mit 254,3 k € nur noch leicht und deuten auf eine Stabilisierung hin.
Für die kommenden Frühlingsmonate ist zu erwarten, dass die weiter steigende PV-Produktion die Preisvolatilität an den Großhandelsmärkten weiter erhöht und damit die Erlöspotenziale für Batteriespeicher verbessert. Für Betreiber von Batteriespeichern bleibt die cross-market Strategie die wirtschaftlich attraktivste Option, wobei die Flexibilität zwischen Großhandels- und Regelleistungsmärkten entscheidend für die Erlösoptimierung ist.
Wir veröffentlichen zeitnah das nächste Update mit Details dazu, wie sich die Erlöspotenziale von Batteriespeichern im April gegenüber dem Vorjahresmonat verändert haben und welche Erlöspotenziale sich daraus für die letzten 12 Monate ableiten lassen.
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