Battery Beats Mai 2026: Erlöse von stand-alone Batteriespeichern (BESS)

Weiterer Anstieg – Erlöse von 26 k € pro MW im Mai möglich

Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten im Mai 2026

Abbildung 1: Berechnungsergebnisse zu den möglichen Erlösen (backtesting) eines 1 MW/2 MWh Batteriespeichers an den deutschen Strommärkten im Mai 2026 (Annahmen und Einschränkungen zu den Berechnungen können hier nachgelesen werden) [* durchschnittliche Leistungspreise]

Der positive Trend der letzten Monate setzt sich im Mai 2026 fort. Wie die Berechnung mit unserem Optimierungsmodell basierend auf den Preisen in den verschiedenen Strommärkten im Mai 2026 zeigt, hätte ein Batteriespeicher (1 MW/2 MWh) bei einer cross-market Optimierung und durchschnittlichen Leistungspreisen 26,1 k € erlösen können. Im Vergleich zum April 2026, in dem 25,7 k € erzielt werden konnten, entspricht dies einem leichten Anstieg von 2 %.

Die dargestellten Erlöse bilden die theoretischen Potenziale unter perfekter Voraussicht über jeweils einen Tag ab und stellen damit eine Maximalabschätzung für die betrachteten Märkte dar. Zur Abschätzung eines realistischeren Erlöspotenzials ohne perfekte Voraussicht bilden wir die 80-%-of-perfect-Erlöse zusätzlich ab (Abb. 1 ganz rechts). Erlöse aus financial trading und aus der Vermarktung im aFRR-Arbeitsmarkt wurden nicht mitbetrachtet und stellen weitere Erlösoptionen dar.

Im Mai 2026 zeigt sich bei der Einzelmarktvermarktung, dass die kombinierte Vermarktung über Day-Ahead, Intraday-Auktion und kontinuierlichen Intraday-Markt (DA, IDA1 & ID1) mit 16,7 k € das höchste Erlöspotenzial unter den Großhandelsmärkten erreicht. Der kontinuierliche Intraday-Handel liegt mit 11,9 k € vor dem Day-Ahead-Markt (11,8 k €) und der Intraday-Auktion (11,5 k €). Im Regelenergiemarkt zeigt sich, dass der negative aFRR-Leistungsmarkt mit 17,0 k € die höchsten Potenziale bietet, gefolgt vom FCR-Markt (13,8 k €) und dem positiven aFRR-Markt (7,3 k €). Die 80-%-of-perfect-Erlöse einer cross-market Strategie liegen bei 20,9 k €.

Cross-market-Erlöse in den letzten 13 Monate im Überblick

Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie von Mai 2025 bis Mai 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Abbildung 2: Potenzielle Erlöse der cross-market-Strategie von Mai 2025 bis Mai 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Zur wirtschaftlichen Bewertung eines Batteriespeichers sind insbesondere die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie relevant. Im Mai 2026 wären in unserem Modell damit Erlöse von 26,1 k € mit durchschnittlichen aFRR-Leistungspreisen erzielt worden. Davon wären ca. 49 % in den Großhandelsmärkten erzielt worden, wovon der größte Anteil auf den kontinuierlichen Intraday-Markt (6,7 k €) entfällt, gefolgt vom Day-Ahead-Markt (3,2 k €) und der Intraday-Auktion (2,1 k €). Der verbleibende Teil der Erlöse wird zu ca. 56 % im negativen aFRR-Markt (9,5 k €) verbucht. Der FCR-Markt (3,8 k €) und der positive aFRR-Markt (1,0 k €) machen entsprechend einen geringeren Anteil aus.

Betrachtet man die Erlöse über die letzten 13 Monate (Abb. 2), lässt sich beobachten, dass der Mai 2026 den positiven Trend des April fortsetzt, das Niveau des Vorjahresmonats Mai 2025 (32,2 k €) jedoch nicht erreicht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (in Abb. 2 ganz links) sieht man eine Reduktion der Gesamterlöse um 19 %. Es zeigt sich eine deutlich veränderte Zusammensetzung der Erlöse: Während im Mai 2025 die Regelleistungsmärkte ca. 57 % der cross-market Erlöse ausmachten (davon allein 16,3 k € im negativen aFRR-Markt), liegt dieser Anteil im Mai 2026 bei ca. 55 %. In den Großhandelsmärkten zeigt sich eine Verlagerung: Der Day-Ahead-Markt stieg von 1,1 k € auf 3,2 k € deutlich an, während die Intraday-Auktion von 3,6 k € auf 2,1 k € abnahm und der kontinuierliche Intraday-Markt von 7 k € auf 6,7 k € ebenfalls leicht zurückging.

Cross-market-Erlöse in Summe über die jeweils letzten 12 Monate

Rollierende potenzielle Erlöse der cross-market Strategie über jeweils 12 Monate von Juni 2025 bis Mai 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Abbildung 3: Rollierende potenzielle Erlöse der cross-market Strategie über jeweils 12 Monate von Juni 2025 bis Mai 2026, nach Einzelmärkten aufgelöst [* durchschnittliche aFRR-Leistungspreise]

Im Unterschied zu Abb. 2 zeigt Abb. 3 die potenziellen Erlöse einer cross-market Strategie eines Batteriespeichers nicht nur für den jeweiligen Monat, sondern rollierend über jeweils 12 Monate. Die rollierenden Gesamterlöse über 12 Monate belaufen sich im Mai 2026 auf 248,6 k €, was einem Rückgang gegenüber dem Vormonat (254,6 k €) entspricht. Hier zeigt sich im Zeitverlauf, dass bei der cross-market Strategie der Anteil, den die Großhandelsmärkte am Gesamterlös ausmachen, seit Mitte 2025 kontinuierlich zurückging, sich aber zuletzt stabilisiert hat.

Innerhalb der Regelleistungsmärkte zeigt sich, dass die Erlöse im negativen aFRR-Markt mit ca. 62,6 k € zwar weiterhin auf hohem Niveau liegen, seit dem Höchststand im November jedoch abnahmen. Der FCR-Markt verzeichnet mit ca. 24,7 k € einen leichten Anstieg. Im positiven aFRR-Markt liegen die Erlöse mit ca. 56,0 k € ebenfalls auf hohem Niveau, wenngleich sie in den letzten Monaten stetig leicht abnahmen. Die Großhandelsmarkterlöse belaufen sich rollierend auf ca. 22,1 k € (DA), ca. 17,6 k € (IDA1) und ca. 65,7 k € (ID1).

Potenzielle Erlöse im Vorjahresvergleich überwiegend rückläufig

Veränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für Mai 2026 vs. Mai 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Abbildung 4: Veränderung der Erlöspotenziale eines stand-alone Batteriespeichers in den verschiedenen Märkten für Mai 2026 vs. Mai 2025 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Vergleicht man die potenziellen Erlöse der Einzel- und cross-market-Vermarktung im Mai 2026 mit denen im Vorjahresmonat (Abb. 4), zeigt sich ein überwiegend negatives Bild. Einzig der Day-Ahead-Markt verzeichnete einen deutlichen Anstieg von 17 %. Die Intraday-Auktion ging um 7 % zurück, der kontinuierliche Intraday-Markt um 9 % und die kombinierte Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 um 2 %. Im positiven aFRR-Markt sanken die Erlöse deutlich um 53 %, während der negative aFRR-Markt um 29 % zurückging und der FCR-Markt einen Rückgang von 12 % verzeichnete. Die cross-market Strategie verzeichnete insgesamt einen Erlösrückgang von 19 %.

Wesentlich für die unterschiedlichen Erlöse in den Großhandelsmärkten im Vorjahresvergleich sind insbesondere die durchschnittlichen täglichen Spreads an den einzelnen Märkten. Die durchschnittlichen täglichen Spreads sind im Mai 2026 am Day-Ahead-Markt gegenüber Mai 2025 um 31 % gestiegen, was den deutlichen Erlösanstieg in diesem Markt erklärt. In der Intraday-Auktion stiegen die Spreads um 11 %, während sie im kontinuierlichen Intraday-Markt um 12 % zurückgingen. Der Rückgang der IDA1-Erlöse trotz leicht gestiegener Spreads ist darauf zurückzuführen, dass das durchschnittliche Preisniveau um 45 % anstieg. Die IDA1-Preise stiegen also insgesamt an, aber die Preistiefs stiegen stärker als die Preishochs relativ zum Mittelwert. Das Ergebnis: Der Speicher kauft teurer ein, ohne proportional teurer verkaufen zu können.

Der deutliche Anstieg der Day-Ahead-Spreads ist auf die weiter zunehmende PV-Einspeisung zurückzuführen – sie lag im Mai 2026 um 12 % über dem Vorjahreswert -,  die vermehrt zu Überangebot in den Mittagsstunden und damit zu niedrigen oder negativen Preisen führte, während ausgeprägte Rampen am Morgen und Abend für Preisspitzen sorgten.

Der deutliche Rückgang im positiven aFRR-Markt (−53 %) und im negativen aFRR-Markt (−29 %) sowie im FCR-Markt (−12 %) deutet auf ein insgesamt niedrigeres Preisniveau an den Regelleistungsmärkten im Vergleich zum Vorjahresmonat hin.

Die Details zu dem Modell und den getroffenen Annahmen und Einschränkungen finden Sie hier.

Vergleich der Erlöse: 4-h- vs. 2-h-Speichersystem

Abbildung 5: Vergleich der potenziellen Erlöse eines stand-alone Batteriespeichers mit einer 4-h-Auslegung vs. 2-h-Auslegung im März 2026 [* durchschnittliche Leistungspreise]

Der Vergleich zwischen einem 4-h-Speichersystem und einem 2-h-Speichersystem zeigt im Mai 2026 deutliche Unterschiede je nach Vermarktungsstrategie. Bei der reinen Day-Ahead-Vermarktung liegt der Erlösvorteil des 4-h-Systems bei 64 %, bei der Intraday-Auktion bei 65 % und beim kontinuierlichen Intraday-Handel bei 60 %. Die kombinierte Vermarktung über DA, IDA1 und ID1 bringt einen Vorteil von 57 % für das 4-h-System.

Bei den Regelleistungsmärkten zeigt sich erwartungsgemäß kein Unterschied, da hier die Leistung und nicht die Energiekapazität vergütet wird. Bei der cross-market Strategie fällt der Erlösvorteil des 4-h-Systems mit 21 % deutlich geringer aus als bei den reinen Großhandelsmarktstrategien. Dies liegt daran, dass die cross-market Strategie im Mai 2026 zu rund 55 % auf Regelleistungsmärkte setzt, bei denen die Speicherdauer keine Rolle spielt. Für Investoren bedeutet dies, dass die höheren Investitionskosten eines 4-h-Systems bei einer cross-market Strategie weniger stark durch Mehrerlöse kompensiert werden als bei einer reinen Großhandelsmarktstrategie.

Fazit und Ausblick

Der Mai 2026 setzt den positiven Trend der letzten Monate fort und markiert mit 26,1 k € das höchste Erlöspotenzial der cross-market Strategie seit Oktober 2025. Gegenüber dem Vorjahresmonat (32,2 k €) liegt das Niveau jedoch um 19 % niedriger, was vor allem auf die deutlich gesunkenen Erlöse an den Regelleistungsmärkten zurückzuführen ist – insbesondere im positiven aFRR-Markt (−53 %) und im negativen aFRR-Markt (−29 %). Die Großhandelsmärkte zeigen hingegen ein gemischtes Bild: Während der Day-Ahead-Markt von gestiegenen Spreads (+31 %) profitierte, gingen die Spreads im kontinuierlichen Intraday-Markt zurück (−12 %). Die rollierenden 12-Monats-Erlöse sanken auf 248,6 k € und setzen damit den leichten Abwärtstrend fort. Für die kommenden Sommermonate ist zu erwarten, dass die weiter steigende PV-Produktion die Preisvolatilität an den Großhandelsmärkten weiter erhöht und damit die Erlöspotenziale für Batteriespeicher in den Großhandelsmärkten verbessert. Für Betreiber von Batteriespeichern bleibt die cross-market Strategie die wirtschaftlich attraktivste Option, wobei die Flexibilität zwischen Großhandels- und Regelleistungsmärkten entscheidend für die Erlösoptimierung ist.

Wir veröffentlichen zeitnah das nächste Update mit Details dazu, wie sich die Erlöspotenziale von Batteriespeichern im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat verändert haben und welche Erlöspotenziale sich daraus für die letzten 12 Monate ableiten lassen.

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Anna Pechan

Anna ist unsere Expertin rund um Fragen zum Energiemarktdesign, Regulierung und Modellierungen in diesen Bereichen.

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Erlöse von co-location Batteriespeichern im Juni 2026 - PV mit Höchstwert, Wind leicht positiv

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Erlöse von co-location Batteriespeichern im Mai 2026 - PV nimmt Fahrt auf, Wind schwächet